Bevoelkerung


Die madagassische Bevoelkerung wird heutzutage auf 17 Millionen geschaetzt. Die Bevoelkerung waechst um 3% jaehrlich (aus der Statistik Madagaskars 2005). Die globale Bevoelkerungsdicht betraegt ca. 29 Einwohner pro Km2.

 
Offiziell bekannt sind 18 Volksgruppen in Madagaskar. Sie haben jeweils ihren Dialekt, Lebensweise, Sitten und Braeuche sowie verschiedene Traditionen. Eine einzige und offizielle Sprache- das Madagassische verbindet alle Madagassen. Daneben ist Franzoesisch sehr frueh in der Schule gelernt.
 

Fast alle Madagassen (93,9%) sind christlich, verehren allerdings den Ahnenkult und den Zebukult der Zebu ist auf allen traditionellen Feiern vorhanden. Die Moslems sind 1,6%, die Animisten und andere Naturreligionanhaenger 4,5% (Statistik Madagaskars 2000). Wie in allen Entwicklungslaendern versuchen heute „Sekte“ in Madagaskar Wurzeln zu nehmen.


Die Merina „ Die vom Hochland“
Malaiisch-indonesischen Ursprungs bevoelkern sie das Hochland. Die Merina haben sich als Haendler, Beamte, leitende Angestellten von Grossfirmen auf der ganzen Insel verbreitet. Sie beachten genau den „Famadihana“ oder „Totenumbettung“, auf die ein grosses Fest folgt.
 

Die Betsileo „Die Unbesiegbaren“
Sie haben sich suedlich des Hochlandes niedergelassen und lange gegen die Herrschaft ihrer Nachbarn Merina gekaempft. Kraeftig und sorgfaeltig haben sie von ihren indonesischen Vorfahren die Beherrschung der Terrassenreisanbau beibehalten. Die Zafimaniry bilden eine wichtige Untergruppe der Betsileo zwischen Ambositra und Fianarantsoa. Sie sind in der Holzschnitzerei und eingelegten Arbeit begabt. Die Betsileo treiben den Fetischsport „Savika“ oder den „Zebukampf“.

 

Die Bara „Die Nomaden“
Der Name dieser Gruppe Bantu-Ursprungs mit afrikanischen Gesichtszuegen hat keine gewisse Bedeutung. Die Bara leben um die Stadt Ihosy, im Sueden der Betsileo. Volk von Hirten, unter denen manche Halbnomaden sind, die Bara fuehren Tausende Zebus durch die Savane. Sie sind der Tradition, die den Zebudieb eine ruhmvolle Handlung ausmacht,  treu geblieben.

 

Die Mahafaly „Die Gluecklichen“ und die Antandroy „Die vom Dornland“
Die suedoestliche Spitze bewohnen die Mahafaly und die Antandroy- heftig unabhaengige Landwirte und zugleich Hirte, die sich den extremen Lebensverhaeltnissen in dem trockenen Dornbusch anpassen koennen. Sorglos und tollkuehn geben sie sich gerne dem  lauten und offenen Lachen hin. Bekannt sind sie fuer ihre Beerdigungsrituale, die Monate lang dauern.

 

Die Sakalava und die Vezo „Die der ausdehnenden Taeler“
Die ganze Westengegend bewohnen am meisten die Sakalava. Aus Nomaden und Hirten stammend haben sie sich zu verschiedenen Lebensstilen entwickelt. Ihre Graeber zieren sie mit erotikdarstellenden Statuen, was sie von den anderen Volksstaemmenn unterscheidet. In Tulear bilden sie eine Untergruppe die Vezo, die „Fischer“. Sie gelten als ausgezeichnete Fischer. Heute hat sich diese Volksgruppe mit Ankoemmlingen aller Herkuenfte weiter gemischt. Sie gehen einfach von Ort zu Ort und stellen Zelten mit ihrem Segel auf.

 

Die Antanosy „Die von der Insel“
Im suedoestlichen Teil der Insel niedergelassen, auch „Die von der Insel“ genannt. Sie kamen vermutlich aus Schwarzafrika und standen einen islamischen Einfluss. Unter der Herrschaft der Merinas im 17. Jahrhundert wanderten sie nach der Westkueste, wo noch wichtige Gemeinschaften entlang des Flusses Onilahy zu finden sind.

Die Antaisaka

„Die vom Sakalava-Land“ kommen aus der suedoestlichen Region Vangaindrano. Sie haben sich im ganzen Lande verbreitet, um Saisonarbeiter in den Regionen zu liefern, in denen es an Arbeitskraeften fehlt.
 
Die Antaifasy“ Die vom Sand“
Die Antaifasy „Die vom Sand“ leben in der Region Farafangana. Sie vertreten eine kleine Gruppe.


Die Betsimisaraka „Die Vielen, die sich nicht trennen“

Sie bilden die wichtigste Gruppe der Insel und besetzen die Kuestenstreife des Zentrums und des Nordostens, die der Provinz Toamasina und der Insel Sainte Marie entspricht. Von der guten geografischen Lage profitierend, lebt sie von verschiedenen Anbauten. Jede Sippe hat ihren eigenen Chef und ist von zahlreichen Aberglauben (Glaube en Gespenster und Sirenen) und Fady (Tabu) umgeben.


Die Antaimoro „Die vom Ufer“

„Die vom Ufer“ sind von Manakara bis Vohipeno niedergelassen. Sie stammen aus Arabern und behalten noch die Koranmanuskripte und die „grossen Buecher“ Sorabe bei, in denen magische Formeln eifersuechtig bewahrt sind. Von den Antaimoro stammt das mit getrockneten Bluehten eingelegte Papier, das ihren Namen traegt.

Die Antambahoaka „Die von der Gemeinschaft“

In Mananjary sind die arabischen Urspruenge dieses Stammes sehr lebendig, wie die Beachtung der Beschneidung zeugt. Diese Feierlichkeit „Sambatra“ findet alle sieben Jahre mit einem oeffentlichen und wichtigen Fest statt


Die Sihanaka „Neben dem Sumpf“

Wie der Name sagt bewohnen sie die Gegend um den See von Alaotra, im Osten des Hochlandes. Sie sind in ihrem Benehmen den Merina aehnlich. In dem Reisanbau spezialisiert veranstalten sie grosse Feste am Ende jeder Ernte.

Die Bezanozano „ Diejenigen mit vielen Zoepfen“

Beide Gruppen bewohnen den Abhang der Felsen, die das Hochland und die Ostebene trennen. Sie leben von den Waldprodukten wie Bambus,  Pflanzenfasern, Harz, Heilpflanzen, Fruechten, Honig, Fischen und Brandrodungsreisanbau nach Abholzung. Bei den Bezanozano fuegen die Frauen zu ihrer Frisur geflochtene Palmen hinzu, die den boesen Geist entfernen sollen. Diese Gruppe beachtet eifrig wie die Merina den Ahnenkult.


Die Tanala „Die von den Waeldern“

Wie die Bezanozano leben die Tanala von den Waldprodukten und bilden die neueste Ethnie der Insel. Sie sind in der Aufgussbereitung und Honigalkoholherstellung spezialisiert.

Die Antakarana „Die von den Felsen“

In der Nordspitze Madagaskars installiert, sind sie bis 1770 von den anderen Volksgruppen isoliert geblieben. In diesem Jahr wurden sie von den Sakalava und spaeter 1820 von Merina ueberfallen. Wegen der damals unueberwindlichen Berge bilden sie eine wenig homogene Gruppe.

Die Tsimihety „Diejenigen, die sich die Haare nicht schneiden lassen“

Im Inneren des Landes verkoerpern sie die ruhige Kraft. Beim Tod eines Sakalava-Koenigs lehnten sie als Zeichen der Trauer ab, sich die Haare schneiden zu lassen, um ihre Unabhaengigkeit zu zeigen. Seit jeher sind sie aufruehrerisch und ungehorsam. Sie sind darauf stolz, dass der erste President der Republik Philibert Tsiranana ihr Angehoeriger war. Sie haben sich auf den nordoestlichen Anhoehen der Provinz Mahajanga weiterverbreitet.