Der Geschichte


Der Geschichte und der muendlichen Ueberlieferung nach waeren „ Vazimba“ die ersten Besiedler der Insel. Mit Hilfe von archaeologischen und ethnischen Daten haben die Forscher eine parallele Bevoelkerung der Insel durch Voelker malaisch-indonesischen, arabischen und afrikanischen Ursprungs hervorgehoben.
 

Seit dem Anfang unserer Aera folgten viele Wellen von Einwanderern  im Laufe der Jahrhunderte aufeinander. Der Geschichte nach treffen die ersten malaisch- indonesischen Einwanderer um den 12. Jahrhundert n.Ch. auf der Insel ein. Sie haben sich mit den Vazimba gemischt. Den Yams, den Reisanbau, die Pfahlbauten und die Auslegerboote haben sie mitgebracht. Danach kamen die Afrikaner, sie haben den ersten Bewohnern die Zebu-, Ziege- und Huehnerzucht, den Brandrodungsanbau und das Altersklassifizierungssystem beigebracht. Die Araber und Perser haben letztendlich das Mohairteppich-Weben und die erste madagassische Schrift, die beruehmte „Sorabe“ gebracht.
 

Die ersten Europaeer hingegen ( Portugieser, Hollaender, Englaender, Daene-Norweger, Franzosen...) waren Anfang des 17. Jahrhunderts gekommen. 300 Jahre waren die Europaeer auf  Madagaskar gekommen und wiedergekommen, um sich hier mit Wasser, Nahrungen und Sklaven zu versorgen.
 

Im 17. Jahrhundert haben sich die Einheimischen vereint und in politischen Koerperschaften aufgebaut. Auf dem zentralen Hochland waren die Merina die Machthaber, an der Kueste die Sakalava. Diese wurden aber durch innere Erbfolgenstreite geschwaecht. So sahen sie sich nicht ohne Schwierigkeit, sich dem Merina-Koenig zu unterziehen dem Andrianampoinimerina (1745-1810).
   

Sein Sohn Radama I. (1810-1828) war sein Nachfolger. Die Englaender, die auf der Insel Mauritius installiert waren und befuerchteten, dass Frankreich Madagaskar bald besitzt , boten dem neuen Koenig ihre Hilfe an. So wurde der Protestantismus eingefuehrt und Schulen gegruendet. Zudem wurde der Armee Merinas geholfen, sich mit ihren neuen und modernen Waffen- Kanonen und Gewehren, umzugehen.
Der Koenig wird alles in Gang setzen, um sein Ziel, die Vereinheitlichung Madagaskars zu verfolgen, die schon von seinem Vater unternommen worden war.
Nach seinem Tod pflichtet seine Frau Ranavalona I. (1828-1861) dem Thron bei. Waehrend ihrer Regierungszeit entstand eine starke Reaktion gegen die europaeische Kultur. Alle Missionare wurden verfolgt. Die Abhandlungen mit  England wurden aufgekuendigt. Die Franzosen wussten von dem Ereignis und kehrten auf die Insel mit Hilfe des Vermittlers Jean Laborde zurueck.
 
Der Wettstreit zwischen Franzosen und Englaendern verstaerkte sich. Den Franzosen wurde vorgeworfen, gegen die Koenigin heimlich zu verabreden. Sie waren aber nur voruebergehend abwesend, denn sie kehrten nach drei Jahren zurueck.


Der Sohn Radamas I. und Ranavalonas I. Radama II (1861-1863) folgte seiner Mutter nach, die abgedankt hat. Er blieb aber nicht lange auf seinem Stuhl. Er war ermordert weil er die Franzosen gefoerdert hat, sich auf der Insel niederzulassen.


Nach der Regierungszeit der drei aufeinanderfolgenden Koeniginnen Madagaskars Rasoherina (1863-1868), Ranavalona II (1868-1883), Ranavalona III (1883-1897) wurde die Regierung an dem Premierminister Rainilaiarivony ubergegeben. Der Christentum und die Schulen kamen in Schwung. Der Premierminister richtete das ganze Land wieder ein, konnte aber dem franzoesischen Druck, der sich Madagaskar 1885 durch den Berliner Kongress zuteilen laesst, nicht standhalten. Dabei kommt auch den Englaendern ein Anteil zu: den Zanzibar. In 1895 waren Franzosen zum Annektieren des Koenigspalastes gekommen und die letzte Koenigin, die diesem Angriff nicht widerstehen konnte, wurde auf die Insel La Réunion und spaeter in Algerien verbannt.
In1896 wurde die madagassische Monarchie und Lehnspflichtwesen abgeschafft und die Sklaverei verboten. Madagaskar gehoert zum franzoesischen Kolonialreich.

Die Madagassen haben staendig gegen die franzoesischen Kolonisten empoert und den von einer Geheimkoerperschaft „Vy-Vato-Sakelika“(Eisen-Stein-Zweig) gefuerhten antikolonialen Widerstand gegruendet, der 1916 auseinanderplatzte, eine Referenz aber im Nationalbewusstsein bleibt.
 

Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs die Truebe bei den Madagassen. 1947 organisierten die Nationalisten im Osten der Insel einen Waffenaufstand, der  niedergeschlagen wurde. Die Franzosen ihrerseits sind sich beachtlich bemueht, die Wirtschaft der Insel durch den Bau von Strassen-  und Eisennetz in Gang zu bringen. Die Wirtschaft sah sich verstaerkt und Madagaskar wird zu einer autonomen Republik bei der Franzoesischen Gemeinschaft.  

In der Nacht vom 29. auf 30. Maerz 1947 brach ein Aufstand bis zur Proklamation der madagassischen Republik am 14. Oktober 1958 unter dem Praesidenten Philibert Tsiranana auf. Den 26. Juni 1960 wurde mit dem Unterzeichnen des Zusammenarbeitsabkommens und privilegierter Beziehungen zwischen Madagaskar und Frankreich die Unabhaengigkeit proklamiert. In diesem Jahr wurde Madagaskar bei der UNO und danach der OEA (Organisation fuer die Einheit Afrikas) aufgenommen.
 

    1972, nachdem Tsiranana wieder gewaehlt wurde, wurde aus einem Studentenstreik ein Generalstreik. Vom dem Praesidenten kam der Befehl, auf den Demonstranten zu schiessen. So entstand ein unvorstellbarer Volksaufstand, der zur Brandstiftung des Rathauses fuehrte. Die Opposition wirft dem Praesidenten vor, eine autoritaer neukolonialistische und bestechliche Politik zu fuehren. Der Praesident uebergibt infolgedessen den 18. Mai 1972 die Vollmacht an dem Regimentsstab, dem General Gabriel Ramanantsoa. Dieser hatte die Madagassischisierungspolitik ins Visier. Ein Ziel, das 1975 von seinem Nachfolger dem Obersten Ratsimandrava verfolgt wurde, der nur sechs Tagen nach seinem Amtsantritt ermordet wurde.
 

Juni 1975 trat der Fregattenkapitaen Didier Ratsiraka das Amt an. Mit ihm wurde das Land zur Republik Madagaskars. Seine Politik besteht darin, die Wirtschaft zu verstaatlichen und sich gruendlich dem Ostblock zu naehern. Daraus sind aber strittige Wirtschaftsschwierigkeiten entstanden. Alle Putsche waren immer wieder niedergeschlagen worden.
 

Nach einer Massendemonstration und einer Serie von Generalstreiken demokratisiert der Praesident das Regime. Eine neue Verfassung wurde 1992 gewaehlt, mit der der Praesident und nicht die Nationalversammlung den Premierminister ernennen kann. Er  wurde deswegen 1993 durch Zafy Albert nach einem allgemeinen Wahlrecht ersetzt.
Ein Misstrauensvotum durch die Nationalversammlung fuehrte nach dem zweiten Halbjahr 1996 zur Absetzung des Praesidenten Zafy und zur Fruehpraesidentenwahl. Didier Ratsiraka ist fuer ein viertes Mandat wiedergewaehlt und hat dieses Amt bis zu 2001 inne.
 

Die Praesidentenwahl von 2001, die Didier Ratsiraka und Marc Ravalomanana gegenueberstellt, ist der Beginn einer mehrmonatigen politischen Krise. Marc Ravalomanana fordert, dass sein Sieg ueber den ausscheidenden Praesidenten erkannt wird. Vom ganzen Volk unterstuetzt autoproklamiert er sich den 22. Februar 2002 als Praesident der Republik. Ein Nachzaehlen der Abstimmungszettel erfolgte den 06.Mai 2002 und gab seinen Sieg bekannt, aber Didier Ratsiraka lehnt ab, ihm die Fuehrung zu uebergeben und versetzt ganz Madagaskar in Schreck.
 

Die Versammlungen der OEA ihrerseits zielen darauf, die zwei Gegner dazu zu zwingen, das Verfahren der Nationalversoehnung unter anderem einer weiteren Neuwahl  in Angriff zu nehmen. Marc Ravalomanana erkennt USA den 26. Juni, dann Frankreich den 03. Juli 2002 als legitimen Praesidenten der Republik von Madagaskar. Der ausscheidende Praesident verlaesst die Insel den 05. Juli und kehrt nicht mehr zurueck. Gekennzeichnet wird die legitime Praesidentschaft Marc Ravalomananas von der dringenden Bekaempfung der Wirtschaftskrise und einem wirtschaftlichen Rueckgang der industriellen Aktivitaet. Der Strassenbau und die Verbesserung der Bildung sind fuer ihn hoechste Prioritaet.